Jede Generation bekommt ihren Mystery-Thriller
Jede Generation bringt einen Mystery-Film im großen Stil hervor. Im besten Fall haut er einen vom Hocker wie Sieben. Im schlimmsten Fall lässt er einen kalt wie Schneemann.
Basement-Enthusiast und Autor-Regisseur Zach Cregger wirft mit Weapons seinen Hut in den Ring der ‘High Concept Mystery’-Filme. Nach seinem gefeierten Barbarian ist dies sein zweites großes Projekt.
Horror trifft auf psychologische Abgründe
Wie zu erwarten, ist Creggers zweiter Film ein Horrorstreifen – doch einer, der sich auf vermisste Kinder und eine Vorstadtkulisse konzentriert, die durch die Krise in einen psychologischen Ausnahmezustand gerät. Was Cregger hier erschafft, ist ein weiterer Beweis dafür, dass der ehemalige Comedian von The Whitest Kids U Know zu den originellsten und zugleich abgründigsten Köpfen im modernen Kino zählt.
MPA-Bewertung: R (starke blutige Gewalt- und grausige Bilder, durchgehende Sprache, einige sexuelle Inhalte und Drogenkonsum)
Laufzeit: 2 Stunden und 8 Minuten
Produktionsfirmen: New Line Cinema, Domain Entertainment, Subconscious, Vertigo Entertainment, BoulderLight Pictures
Verleih: Warner Bros. Pictures
Regie: Zach Cregger
Drehbuch: Zach Cregger
Besetzung: Josh Brolin, Julia Garner, Cary Christopher, Alden Ehrenreich, Austin Abrams, Benedict Wong, Amy Madigan
Kinostart: 8. August 2025
Um 2:17 Uhr morgens verschwindet die gesamte dritte Grundschulklasse von Justine Gandy (Julia Garner) spurlos aus ihren Vorstadthäusern in Maybrook. Die Kinder rennen in einer bizarren ‘Naruto-Manier’ in den Wald.
Am nächsten Tag erscheint nur Alex Lilly (Cary Christopher) zum Unterricht. Wochen später machen die verzweifelten Eltern Justine Gandy verantwortlich, die daraufhin unter ständigen Anfeindungen leidet und zum Alkohol greift, um den Druck zu bewältigen.
Einer der lautstärksten Kritiker ist Archer Graff (Josh Brolin), ein engagierter Vater. Nachdem die unfähige Polizei keine Fortschritte erzielt, nimmt er die Ermittlungen selbst in die Hand.
Als sich die Ereignisse zu einem merkwürdigen Muster verdichten, schließen sich Gandy und Graff widerwillig zusammen. Gemeinsam versuchen sie, die Wahrheit aufzudecken – und die verschwundenen Kinder wiederzufinden.
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Zach Cregger erneuert die Mechaniken von Barbarian mit frischen Ambitionen in Weapons.
In seinem kompromisslosen Barbarian untersuchte Zach Cregger soziale und anthropologische Themen im Kontext von Missbrauch. Seine Erzählweise mit Zeitsprüngen und Perspektivwechseln trug entscheidend zum Erfolg bei – das Resultat: ein moderner Horror-Klassiker.
Cregger nutzt die Elemente, die Barbarian erfolgreich machten, neu und erweitert sie in Weapons mit ehrgeizigeren Zielen. Die Kunst der Perspektive steht im Vordergrund – erzählt im Rashomon-Stil. Das Werk ist in Kapitel unterteilt, die individuelle Sichtweisen der Dorfbewohner auf das grausame Ereignis und die Suche nach Antworten zeigen. Der Einstieg erfolgt über die Hauptfiguren Justine und Archer, bevor sich die Geschichte schnell auf weitere Mitglieder der Maybrook-Gemeinschaft ausweitet.
Mit jedem Kapitel enthüllt Cregger Stück für Stück das Geheimnis, fesselt das Publikum und sorgt für überraschende Wendungen. Dabei demonstriert er seine weiterentwickelten Regiefähigkeiten: durch immersive Kameraführung und gekonntes Spiel mit Genres wie Action, Komödie oder Suspense.
Obwohl Weapons tief im Horror verwurzelt bleibt – brutal, verstörend und blutig – entfaltet der Film eine beeindruckende Genrevielfalt. Er verwandelt sich in einen fesselnden Genre-Mix, der Stimmungen nahtlos wechselt und jede Wendung zu einem packenden Erlebnis macht.
Weapons erschüttert die Vororte mit packendem Horror und starker Gesellschaftskritik
In seinem kompromisslosen Barbarian untersuchte Zach Cregger soziale und anthropologische Themen im Kontext von Missbrauch. Seine Erzählweise mit Zeitsprüngen und Perspektivwechseln trug entscheidend zum Erfolg bei – das Resultat: ein moderner Horror-Klassiker.
Cregger nutzt die Elemente, die Barbarian erfolgreich machten, neu und erweitert sie in Weapons mit ehrgeizigeren Zielen. Die Kunst der Perspektive steht im Vordergrund – erzählt im Rashomon-Stil. Das Werk ist in Kapitel unterteilt, die individuelle Sichtweisen der Dorfbewohner auf das grausame Ereignis und die Suche nach Antworten zeigen. Der Einstieg erfolgt über die Hauptfiguren Justine und Archer, bevor sich die Geschichte schnell auf weitere Mitglieder der Maybrook-Gemeinschaft ausweitet.
Mit jedem Kapitel enthüllt Cregger Stück für Stück das Geheimnis, fesselt das Publikum und sorgt für überraschende Wendungen. Dabei demonstriert er seine weiterentwickelten Regiefähigkeiten: durch immersive Kameraführung und gekonntes Spiel mit Genres wie Action, Komödie oder Suspense.
Obwohl Weapons tief im Horror verwurzelt bleibt – brutal, verstörend und blutig – entfaltet der Film eine beeindruckende Genrevielfalt. Er verwandelt sich in einen fesselnden Genre-Mix, der Stimmungen nahtlos wechselt und jede Wendung zu einem packenden Erlebnis macht.
Cregger entfernt sich nie von seinem komödiantischen Gespür und verleiht der Handlung eine Aura trockenen Witzes. Gelegentlich fühlt es sich an wie eine Gravity Falls-Episode, die ihre Horrorelemente humorvoll ausspielt, während sie eine bedrohliche Atmosphäre bewahrt. Manche Zuschauer mögen die Tonalitätswechsel kritisieren, doch angesichts der Umgebung fügt der trockene Humor der sonnigen Kulisse Authentizität hinzu.
Das bedeutet jedoch nicht, dass der Film nicht gruselig ist. Szenen wie der blutüberströmte Benedict Wong, der mit weit aufgerissenen Augen Naruto-laufend jemanden jagt, bleiben im Gedächtnis. Cregger zeigt sein Können im Genre, indem er traumartige, atmosphärische Horror-Momente in einzelne Szenen integriert, sodass man sich fragt, ob die Bilder real oder Halluzinationen sind – besonders bei Interaktionen mit einer Dame im gepuderten Makeup (Amy Madigan, die alle Schau stiehlt).
Weapons leidet unter denselben Problemen wie viele andere Mystery-Filme (z. B. Prisoners), bei denen die Spannung im Verlauf nachlässt. Der zweite Akt zieht sich und verlässt sich zu stark auf Humor auf dem Weg zum Höhepunkt. Das Finale hingegen ist so präzise und kraftvoll, dass es alle Schwächen des zweiten Akts überstrahlt. Dieser Höhepunkt entscheidet, wie man den gesamten Film bewertet: grausam, kathartisch und zugleich unglaublich witzig. Die Szene ist so grandios, dass man lachen und gleichzeitig den Atem anhalten muss.
Weapons sollte auf der größten Leinwand und vor einem vollen Publikum erlebt werden. Hier zeigt sich, was Kinobesuche wirklich ausmacht. Kein Wunder, dass Jordan Peele angeblich verärgert war, als er sein Management nach dem verpassten Erwerb des Films feuern wollte.
SCHLUSSERKLÄRUNG
‘Weapons’: Eines der besten Originalfilme des Jahres – ein modernes Horror-Epos, das Zach Creggers erzählerisches Talent nutzt und perfekte Balance zwischen Ton, Spannung und blutiger Gewalt bietet.