‘Sorry, Baby’ Kritik: Nachdenkliche und einfühlsame Tragikomödie – ein mutiges Regiedebüt von Eva Victor

Eva Victor: Vom Comedy‑Star zum gefeierten Regiedebüt mit Sorry, Baby

Mit bissigem Witz und feinem Gespür: Eva Victors Sprung auf die große Leinwand

Eva Victor ist ein Name, den man wahrscheinlich kennt, wenn man sich in der New Yorker Comedy‑Szene oder im Internet‑Comedy‑Kosmos bewegt hat. Victors frühere Arbeiten vereinen sardonischen Humor mit scharfsinniger Beobachtungsgabe – Qualitäten, die auch in ihrem großen, gefühlvollen, bewegenden und zugleich düster‑komischen Debütfilm Sorry, Baby voll zur Geltung kommen.

Beim diesjährigen Sundance Festival, wo viele Filme lediglich „okay“ waren, ragte Victors Film klar heraus und war zweifellos der beste Beitrag – und damit auch bislang der stärkste Film des Jahres. Mit ihrem Debütfilm reiht sich Eva Victor in die Riege von Jordan Peele und Penny Marshall ein: ein Werk, das zwischen beidem pendelt und zugleich das einfühlsame Porträt einer jungen Person zeichnet, die nach einem traumatischen Erlebnis Heilung findet. Für eine Comedienne, die ihr Talent erstmals auf die große Leinwand bringt, ist Sorry, Baby ein erstaunlicher Durchbruch.

Eva Victor: Vom Comedy‑Star zum gefeierten Regiedebüt mit Sorry, Baby

MPA-Freigabe: R (Sexuelle Inhalte und Sprache)

Laufzeit: 1 Stunde und 43 Minuten

Produktionsfirmen: Pastel, Big Beach, High Frequency Entertainment, Tango Entertainment

Verleih: A24

Regie: Eva Victor

Drehbuch: Eva Victor

Besetzung: Eva Victor, Naomi Ackie, Lucas Hedges, John Carroll Lynch, Louis Cancelmi, Kelly McCormack

Kinostart: 27. Juni 2025

Sorry, Baby: Agnes’ Weg durch Trauma und Heilung

Eine junge Dozentin kämpft mit den Folgen sexueller Gewalt

Agnes (Victor), eine in Neuengland lebende Doktorandin, die später Englisch-Professorin wird, kämpft nach einer sexuellen Übergriffigkeit durch ihren ehemaligen Professor (Louis Cancelmi) mit den Folgen von Trauma und PTBS.

Über mehrere Kapitel, die sich über fünf Jahre erstrecken, stellt sich Agnes einer Reihe von Herausforderungen auf ihrem Weg zur Heilung. Unterstützt wird sie dabei von ihrer besten Freundin Lydie (Naomi Ackie), die sie regelmäßig in ihrem Haus am Meer besucht, sowie ihrem gutherzigen Nachbarn Gavin (Lucas Hedges).

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‘Sorry, Baby’: Einfühlsames Drama, das Überlebenden Mitgefühl und Würde schenkt

Sorry, Baby: Agnes’ Weg durch Trauma und Heilung

Sorry, Baby: Eva Victor erzählt von Trauma mit Empathie statt Brutalität

Ein sensibles Thema, ein neuer Blick: Wie Eva Victor gängige Klischees überwindet

Egal, wie handwerklich gut gemacht sie sind – viele Filme, die das sensible Thema sexualisierter Gewalt behandeln, scheitern oft daran, die Perspektive der Betroffenen wirklich mitzudenken. Stattdessen zeigen sie das Geschehen in einer Brutalität, die für Überlebende retraumatisierend wirken kann.

Eva Victor wählt jedoch einen anderen Ansatz: Mit empathischem Bewusstsein konzentriert sie sich auf die Zeit vor und nach Agnes’ traumatischer Erfahrung – ohne die Tat selbst explizit darzustellen. Diese künstlerische Entscheidung bricht bewusst mit gängigen Erzählmustern und zeigt Agnes’ Weg mit einem mutigen, selbstbewussten Stil. Dabei gelingt es Victor, die Komplexität und Rohheit der Emotionen einzufangen, die Agnes nach dem Ereignis begleiten.

Trauma ist nicht linear: Agnes als mehrdimensionale Figur

In der Sundance‑Beschreibung wird der Film so zusammengefasst:

„Etwas Schlimmes ist Agnes passiert. Aber das Leben geht weiter … zumindest für alle um sie herum.“

Das spiegelt perfekt die Struktur wider, die Victor wählt: Eine nicht‑lineare Erzählweise, die die Realität abbildet, dass Trauma keinen festen Ablauf kennt und Betroffene nicht vollständig definiert. Agnes bleibt trotz allem eine lebensfrohe, facettenreiche Persönlichkeit – sehr zum Ärger ihrer Rivalin Natasha (Kelly McCormack), die aus rein einseitigen Motiven gegen sie wettert und sogar einmal zugibt: „Alle mögen sie.“

Doch vor allem in den Szenen mit ihrer besten Freundin Lydie (Naomi Ackie) blüht Agnes wirklich auf. Die herausragende Chemie zwischen Eva Victor und Naomi Ackie bringt die tiefe, liebevolle Freundschaft der beiden eindrucksvoll auf die Leinwand. Wann immer Lydie auftaucht, nimmt der Film stellenweise fast den Ton einer Buddy‑Komödie an – besonders dann, wenn die beiden Lydies bevorstehende Mutterschaft mit Partnerin Fran (E.R. Fightmaster) vorbereiten. Dieser trockene Humor harmoniert perfekt mit der melancholischen Atmosphäre Neuenglands.

‘Sorry, Baby’ sprüht vor Victor s Intellekt und scharfem Witz

'Sorry, Baby' sprüht vor Victor s Intellekt und scharfem Witz

Sorry, Baby: Eva Victors Debütfilm überzeugt mit Intellekt, Witz und visueller Kraft

Skurriler Humor trifft feinfühlige Ehrlichkeit

In der vignetteartigen Struktur von Sorry, Baby beweist Victors Drehbuch eine gekonnte Balance aus spitzem, komödiantischem Geist und fein abgestimmtem Ton. Der Humor entspringt den kleinen Absurditäten des Alltags von Agnes – sei es bei der Pflicht als Geschworene oder wenn sie mitten auf der Straße spontan eine emotionale Unterstützungskatze adoptiert.

Obwohl diese Momentaufnahmen scharf pointierte Dialoge enthalten, bleiben sie zutiefst menschlich. Der Film reduziert das sensible Thema nicht auf ein Klischee, sondern zeigt Agnes’ vielschichtige Gefühle mit einer beeindruckend ehrlichen und differenzierten Perspektive. Einige der stärksten Szenen entstehen aus intimen Begegnungen mit Fremden, die ihr helfen, ihre Emotionen zu verarbeiten. Herausragend ist eine Szene, in der ein mürrischer Sandwichladen-Besitzer (großartig gespielt von John Carroll Lynch) Agnes, die in ihrem Auto eine Panikattacke hat, beruhigt – und ihr danach „ein gutes Sandwich“ spendiert.

Visuelles Stilbewusstsein und eindringliche Bildsprache

Neben dem präzisen Drehbuch zeigt Victors Regie ein unverwechselbares visuelles Gespür. Mia Cioffi Henrys Kameraarbeit (Superior, Invisible Beauty) vermittelt ein Gefühl von Isolation und latenter Klaustrophobie, besonders in den Weitwinkelaufnahmen und den Fluren von Agnes’ Haus, in dem ein Großteil der Handlung spielt.

Bemerkenswert ist auch, dass Victor zuvor bei Jane Schoenbruns I Saw the TV Glow – meinem Lieblingsfilm 2024 – assistiert hat; diese visuellen Erfahrungen spiegeln sich in mutigen, atmosphärischen Stilmitteln wider, die Elemente des Elevated Horror aufgreifen und gleichzeitig Agnes’ PTBS betonen. Unvergessen bleibt für mich das Erlebnis beim Sundance Festival: Diese eine, fast unheimliche Sequenz, in der eine „außer sich stehende“ Agnes Auto fährt, während die Kamera starr an der Motorhaube montiert ist – und ich dachte nur: „Verdammt, Eva macht das wirklich!“

Eine beeindruckende Dreifachleistung: Schauspiel, Drehbuch und Regie

Sorry, Baby ist ein echtes Triple‑Threat‑Debüt für Eva Victor. Im Zentrum steht eine bemerkenswerte schauspielerische Leistung, die sowohl die komödiantische Leichtigkeit als auch die emotionale Tiefe des Films trägt. Victors Ausdruck entwickelt sich im Laufe der Kapitel von jugendlicher Unsicherheit über automatisierte Abwehrmechanismen bis hin zu gefestigter Selbstsicherheit.

Sie beweisen dabei, dass sie auf mehreren Ebenen eine kreative Kraft sind – selbst im Zusammenspiel mit erfahrenen Kolleg:innen wie Naomi Ackie und Lucas Hedges, der mit so viel Charme auftritt, dass man sich fast fragt, ob das hier heimlich ein Manchester by the Sea‑Sequel ist. Wenn das nicht Victors ultimative Visitenkarte ist, was dann?

SCHLUSSERKLÄRUNG

Eva Victors brillantes, kunstvoll gefilmtes und detailreiches Porträt über Heilung mit feinem Humor: Sorry, Baby ist ein fantastisches, einfühlsames und introspektives Regiedebüt.

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