‘Send Help’ – Review: Sam Raimi kehrt mit einer blutigen, verstörenden darwinistischen Horror-Komödie zu seinen Wurzeln zurück

Niemand verbindet Horror und Comedy so meisterhaft wie Sam Raimi

Sam Raimis triumphale Rückkehr zur Horror-Komödie ab 18

Send Help: Eine perverse Insel-Variation zwischen Misery, Horrible Bosses und Triangle of Sadness

Niemand inszeniert Horror-Komödien so wie Sam Raimi. Seit Army of Darkness – ein Film, der noch vor der gesamten Gen Z entstand, mich eingeschlossen – hat der makellose Maestro keine Horror-Komödie mehr mit R-Rating gedreht. Doch endlich hat Raimi seinen unverkennbaren Hehe-Horror-Rhythmus wiedergefunden. Alles, was es dafür brauchte, war, Rachel McAdams und Dylan O’Brien auf einer Insel stranden zu lassen und sie in ein Szenario zu werfen, das Elemente aus Misery, Horrible Bosses und Triangle of Sadness vereint.

In Send Help, in dem eine erschöpfte, emotional unterdrückte Workaholicin und eingefleischte Survivor-Zuschauerin gemeinsam mit ihrem privilegierten Boss auf einer einsamen Insel festsitzt, kehrt Raimi zu seiner perversen, respektlosen Handschrift zurück. Mehr bleibt kaum zu sagen: Hail to the King, Baby.

MPA-Freigabe: R (für starke/blutige Gewalt und derbe Sprache)

Laufzeit: 1 Stunde und 54 Minuten

Sprache: Englisch

Produktionsfirmen: Raimi Productions, TSG Entertainment

Verleih: 20th Century Studios

Regie: Sam Raimi

Drehbuch: Damian Shannon, Mark Swift

Besetzung: Rachel McAdams, Dylan O’Brien, Edyll Ismail, Dennis Haysbert, Xavier Samuel, Chris Pang

US-Starttermin: 30. Januar 2026

Linda Liddle: Vom Konzernbüro auf eine einsame Insel

Rachel McAdams als gestresste Strategin mit ungewöhnlichem Lebenstraum

Machtverschiebung, Überlebenskampf und darwinistische Ironie in Send Help

Lernen Sie Linda Liddle (Rachel McAdams) kennen, seit sieben Jahren Leiterin für Strategie und Planung eines Fortune-500-Unternehmens. Die jahrelange harte Arbeit hat sichtbare Spuren hinterlassen: krauses Haar, ein gestresstes Auftreten, nervöse Körperbewegungen, dunkle Augenringe – und statt entspannter Mittagspausen im Freien entscheidet sie sich für Thunfischsandwiches in ihrem kleinen Büro-Cubicle. Doch trotz ihrer Karriere verfolgt Linda einen ganz anderen Traum: Sie will Kandidatin bei Survivor werden.

Am Wendepunkt ihrer lang erarbeiteten Beförderung stirbt ihr Chef Preston. Die CEO-Position übernimmt daraufhin dessen selbstverliebter, unreifer und fratboyhafter Sohn Bradley (Dylan O’Brien). Nach einer einzigen unangenehmen Begegnung mit Linda beginnt er, ihr das Leben zur Hölle zu machen – und verschenkt ihre wohlverdiente Beförderung an seinen unqualifizierten Kumpel Donovan (Xavier Samuel).

Bradley lädt Linda zu einer angeblichen Geschäftsreise nach Bangkok ein. An Bord seines Privatjets stößt er auf Lindas Survivor-Bewerbungsvideo und macht sich gemeinsam mit seinen Kollegen darüber lustig. Doch Karma lässt nicht lange auf sich warten: Das Flugzeug stürzt ab, und Linda und Bradley werden als einzige Überlebende auf eine einsame Insel im Golf von Thailand gespült.

Ganz im Sinne des Darwinismus verschieben sich die Machtverhältnisse drastisch. Lindas Überlebensfähigkeiten werden plötzlich entscheidend, während Bradleys behütete Erziehung und ein verletztes Bein ihn nahezu nutzlos machen. Während sie auf Rettung warten, übernimmt Linda das Kommando und führt die Insel wie eine Chefin – und Bradley bleibt nichts anderes übrig, als ihren Anweisungen zu folgen, um zu überleben.

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Für alle, die jemals einen beschissenen Chef hatten, wirkt Send Help wie eine kathartische Befreiung

'Linda hat nichts falsch gemacht' – eine düstere Fantasie statt klassischem Horror

Send Help als kathartische Machtumkehr und schwarze Komödie

Vom Screwball-Humor zum grotesken Survival-Horror

Selbst in ihren extremsten Momenten denkt man: „Linda hat nichts falsch gemacht.“ Send Help ist weniger ein klassischer Horrorfilm als vielmehr eine Fantasie. Der Film nutzt seine einfache Prämisse konsequent aus und entwickelt sich als langsamer Spannungsaufbau von einer schwarzen Komödie hin zu einem grotesken Survival-Horror.

Die erste Stunde – inklusive des Flugzeugabsturzes – spielt sich wie eine manische Screwball-Komödie. Viele der witzigsten Momente entstehen aus Bradleys zunehmender Verzweiflung nach Lindas Essen oder Schutz. Die komödiantischen Interaktionen und Dialoge sind stellenweise fast cartoonhaft, allerdings im besten Sinne. Das erinnert an die SpongeBob-Episode „Club SpongeBob“ mit der magischen Muschel oder an Madagascar, wenn Alex langsam den Verstand verliert, weil er die Insel nicht verlassen kann, während Marty seelenruhig eine Festung baut. Diese und viele weitere humorvolle Situationen verdeutlichen das Machtgefälle, treiben die Komik an und lassen gleichzeitig die Spannung stetig brodeln.

Das Autorenduo Mark Swift und Damian Shannon (Freddy vs. Jason, Baywatch, Shark Tale) spielt seine Stärken in Horror und Comedy aus, indem es das Grundkonzept kompromisslos ausreizt. Auch wenn Send Help genau das liefert, was man erwartet, fesselt der Film durch eine solide Figurenzeichnung des zentralen Duos. Besonders dann, wenn der Film Lindas Werte und ihre Bereitschaft zur Führungsrolle beleuchtet – nach jahrelangem Untergeordnetsein gegenüber toxischen Männern (nicht nur Bradley) – erreicht Send Help seine stärksten Momente.

McAdams und O’Brien sind sich in ihrer komödiantischen Schlagkraft ebenbürtig und fungieren zugleich als düstere Gegenspieler.

Rachel McAdams brilliert im Überlebenshorror mit schwarzem Humor

Send Help zeigt das perfekte Rezept für eine ikonische McAdams-Performance

Sam Raimis unverwechselbare Handschrift hebt den Film auf sein Maximum

Wie bereits bei Send Help und Game Night zeigt sich: Die Zutaten für eine unvergessliche Rachel-McAdams-Performance sind eine lebhafte, energiegeladene Figur inmitten eines düsteren, lebensbedrohlichen Szenarios. Die kanadische Königin des Charmes glänzt in einem langsamen, konsequenten Aufbau zur Selbstverwirklichung. Indem sie ins Handeln kommt und Lindas innere Hemmungen abstreift, lässt McAdams uns hautnah miterleben, wie ihr Überlebensinstinkt erwacht. Man spürt das Gewicht von Lindas Triumph in ihrer Freude über das Überleben: beim Entfachen eines Feuers, beim hysterischen Lachen nach der ersten erfolgreichen Wildschweinjagd und vor allem, wenn sie ihren großspurigen Boss mit einschüchternden Dialogzeilen in die Schranken weist, sobald er versucht, seine letztlich machtlose Autorität auszuspielen.

Dylan O’Brien liefert nach seiner unterschätzten Leistung in Twinless im letzten Jahr erneut eine großartige Performance ab – diesmal mit voller Entfaltung seiner albernen, komödiantischen Stärke. Jede Zeile, ob von Neid, Unglauben oder Überheblichkeit geprägt, wird von einer seltsamen stimmlichen Eigenart begleitet, die zuverlässig für Lacher sorgt. Selbst in seinen unerquicklichsten Momenten macht O’Brien Bradley durch Charme und perfektes komödiantisches Timing zu einem Vergnügen.

So schlicht das Konzept auch ist: Sam Raimi schöpft mit seiner eigenwilligen Regie das volle Potenzial von Send Help aus. Er wirft all seine typischen Auteur-Merkmale in Stil und Inszenierung – damit der Film unverkennbar seinen großen roten S.R.-Stempel trägt. Schräge Kamerawinkel, wirkungsvolle Schreckmomente, Anklänge an körperlichen Horror und drastische Gewalt: Alles ist klassischer Raimi. Wer Gefallen an seinem exzentrischen Stil findet, wird mit Send Help von Anfang bis Ende bestens unterhalten.

Die schlechte CGI-Qualität von Send Help lenkt vom Spaß ab

Rachel McAdams brilliert im Überlebenshorror mit schwarzem Humor

Send Help zeigt das perfekte Rezept für eine ikonische McAdams-Performance

Sam Raimis unverwechselbare Handschrift hebt den Film auf sein Maximum

Wie bereits bei Send Help und Game Night zeigt sich: Die Zutaten für eine unvergessliche Rachel-McAdams-Performance sind eine lebhafte, energiegeladene Figur inmitten eines düsteren, lebensbedrohlichen Szenarios. Die kanadische Königin des Charmes glänzt in einem langsamen, konsequenten Aufbau zur Selbstverwirklichung. Indem sie ins Handeln kommt und Lindas innere Hemmungen abstreift, lässt McAdams uns hautnah miterleben, wie ihr Überlebensinstinkt erwacht. Man spürt das Gewicht von Lindas Triumph in ihrer Freude über das Überleben: beim Entfachen eines Feuers, beim hysterischen Lachen nach der ersten erfolgreichen Wildschweinjagd und vor allem, wenn sie ihren großspurigen Boss mit einschüchternden Dialogzeilen in die Schranken weist, sobald er versucht, seine letztlich machtlose Autorität auszuspielen.

Dylan O’Brien liefert nach seiner unterschätzten Leistung in Twinless im letzten Jahr erneut eine großartige Performance ab – diesmal mit voller Entfaltung seiner albernen, komödiantischen Stärke. Jede Zeile, ob von Neid, Unglauben oder Überheblichkeit geprägt, wird von einer seltsamen stimmlichen Eigenart begleitet, die zuverlässig für Lacher sorgt. Selbst in seinen unerquicklichsten Momenten macht O’Brien Bradley durch Charme und perfektes komödiantisches Timing zu einem Vergnügen.

So schlicht das Konzept auch ist: Sam Raimi schöpft mit seiner eigenwilligen Regie das volle Potenzial von Send Help aus. Er wirft all seine typischen Auteur-Merkmale in Stil und Inszenierung – damit der Film unverkennbar seinen großen roten S.R.-Stempel trägt. Schräge Kamerawinkel, wirkungsvolle Schreckmomente, Anklänge an körperlichen Horror und drastische Gewalt: Alles ist klassischer Raimi. Wer Gefallen an seinem exzentrischen Stil findet, wird mit Send Help von Anfang bis Ende bestens unterhalten.

SCHLUSSERKLÄRUNG

Send Help ist ein verdrehter, urkomischer und grotesker Spaß, der sein Versprechen dank zweier herausragender komödiantischer Leistungen von McAdams und O’Brien erfüllt – sowie durch Regisseur Sam Raimi, der sein entfesseltes R-Rating-Universum auslebt, das längst überfällig war.

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